Nr. 16/2025
Liebe Freundinnen und Freunde,

dieses Jahr fing für uns auf der Burg relativ entspannt an, mit schönen Erfolgen, wunderbaren Singerunden und der Perspektive, auch mal neue Ideen umsetzen zu können. Im weiteren Verlauf holten uns dann allerdings bauliche Realitäten ein und so ist die Zeit seit dem Sommer sehr arbeitsintensiv geworden.
Die Gruppen fühlen sich trotz der einfachen Verhältnisse auf der Burg sehr wohl. Aus diesem Grund wird sie intensiv genutzt, was schön ist, aber auch zur Folge hat, dass einige Dinge kaputt gehen. Zudem sind unsere Bauten nicht die jüngsten und behördliche Anforderungen werden umfangreicher und verändern sich. Das hatte zur Folge, dass wir dieses Jahr in gemeinsamer Runde so manche freien Tage zum Arbeiten auf der Burg verbrachten und nach jeder Veranstaltung eine kleine Arbeitseinheit im Innen- oder Außenbereich angeschlossen wurde.
Zum Glück gibt es aber einige aktive Mitglieder im Burgverein und Freunde, die uns mit Engagement bei der Aufgabe unterstützen, die Burganlage für uns und unsere Gäste zu erhalten. Wir möchten deswegen an dieser Stelle allen danken, die uns mit zum Teil harter körperlicher Arbeit, Zeit, am Schreibtisch, finanziell und ideell unterstützen. Wir sind auch den Handwerksbetrieben dankbar, die uns manchmal unkompliziert zeitnah unter die Arme greifen. Ohne euch alle wäre dieses große Werk nicht zu bewältigen.
Tierwelt auf der Burg

Viele Tiere haben ein Zuhause auf der Burg gefunden oder sind vorübergehend da. Mit einer gewissen Trauer fanden wir im Januar unser Turmfalkenmännchen tot auf einem Dach auf. Es erfüllte uns mit Sorge, ob unsere Turmfalken, die schon seit Jahrzehnten in der Ruine brüten, so weiter Bestand haben würden. Im März konnten wir allerdings feststellen, dass die entstandene Lücke zu heftigen Werbungskämpfen von rivalisierenden Männchen auf den Bäumen der Burg führte. Wir müssen uns also keine Sorgen um den Fortbestand der Turmfalken machen. Auch das verstorbene Tier darf zum Zwecke der Lehre und Bildung mit behördlicher Genehmigung weiter existieren.
Der üppige Regen im Frühjahr führte in diesem Jahr zu einem immensen Pflanzenwachstum, einhergehend mit wunderbaren Biotopen für eine reiche Tier- und Pflanzenwelt. Auch einige neue Tierarten haben ihren Weg auf die Burg gefunden, die spannende Gewohnheiten mitbringen. So konnte eine Gartenblattschneiderbiene beobachtet werden, die sich Blätter zurechtschneidet, diese mit Brut und Gelee füllt und die sodann gerollten Blätter zu der von ihr favorisierten Stelle fliegt und in morsches Holz vergräbt. Es begeisterte uns zwar wenig, dass sie sich dafür ausgerechnet das Brückengeländer aussuchte, aber sie hat sich inzwischen ein anderes Quartier gesucht.

Eine selten gewordene Nachtigall wurde vernommen und zweimal brüteten Nilgänse ihre Eier in der Ruine aus – zum Ärger des ebenfalls dort nistenden neuen Turmfalkenpärchens und zur Verwirrung der Nilgans-Küken, die nach dem Verlassen des Nestes kein adäquates Biotop vorfanden. Da ein friedliches Miteinander der beiden Arten nicht möglich scheint, musste das Turmfalkenpärchen ein neues Nest im östlichen Hof der Ruine beziehen.
Weniger Begeisterung ruft bei uns die Existenz großer Ameisen hervor, die sich ebenfalls infolge der Nässe eingestellt haben und feuchtes, leicht morsches Holz als bevorzugte Mahlzeit lieben. Aber wir werden unsere Holzvorräte im Auge behalten ….
Neuigkeiten
Das Himmelfahrtswochenende nutzten wir, um ein intensives Arbeitswochenende auf der Burg zu verbringen. Die letzten beiden regenreichen Jahren hinterlassen auch ihre Spuren an den Gebäuden und als Folge musste an einigen feuchten Stellen das Kutscherhaus besser belüftet und der Sonne offengelegt werden. So wurden in nur zwei Tagen die nördliche Seite freigelegt, dabei etwa drei Tonnen Aushub geschippt, vier mehr oder weniger morsche große Baumstümpfe entfernt, eine Trockenmauer angelegt und der Boden mit Kies bedeckt. Das erforderte einige Besorgungsfahrten, viel Muskelkraft und Ausdauer, ist aber optisch wie baulich ein großer Gewinn.

Auch die Brücke brauchte zur Erhaltung wieder Pflege und ein paar Ausbesserungen ebenso wie der Holzunterstand. Daneben gab es viele große und kleine Arbeiten zu erledigen, bei denen das Schleifen und Streichen von weiteren Klappläden des Großen Hauses als Standard nicht fehlen durfte. Sowohl als künstlerisch wertvoll als auch als funktional erweisen sich die neu entstandenen Beschilderungen unserer Häuser, die endlich dafür sorgen, dass es nicht mehr zu Verwirrungen wegen der Bezeichnungen durch die einst ererbten Schilder kommt. Wir danken Maike für die köstlichen Mahlzeiten, die sie uns bescherte und die uns stärkten und motivierten für die anstehenden Arbeiten.
Eine weitere Arbeitswoche im August diente dann der Weiterführung so einiger Arbeiten im Außenbereich. Schön ist dabei immer, dass die Burg zu diesen Zeiten gerne das Ziel mehrerer Besucher ist, die mal eben vorbeikommen und die Burg weiterhin mit Leben füllen. Die Abende, wenn alle vom Werk des Tages relativ erschöpft sind, werden zu lebhaften Spielerunden genutzt, wenn nicht gerade gesungen wird.
Im Juni lud eine Jugendgruppe des CVJM zu einem wunderbaren kleinen Konzert auf der Burg ein. Die 16 englischen und deutschen Lieder hatten die Jugendlichen in nur vier Tagen vor Ort eingeübt und präsentierten sie souverän und voller Lebensfreude. Inzwischen besuchen immer mehr Pfadfindergruppen als Gäste unsere Burg, aber auch andere Gruppen finden ihren Weg zu uns und genießen das stimmungsvolle Ambiente.
Unsere historischen Führungen durch die Ruine erfreuten sich großer Beliebtheit. Inzwischen haben wir sogar einige Stammgäste zu verzeichnen, die sich freuen, neue Aspekte über die Burg und den Ort kennenzulernen und mit großem Interesse den kleinen Geschichten über die Entstehung, Architektur und Geschichte der Burg lauschen.

Auf unserer Jahreshauptversammlung wurden neue Mitglieder in unseren Kreis aufgenommen. Der Burgverein erfährt somit eine langsame, aber stetige Vergrößerung und wir freuen uns über zwei sehr aktive und engagierte Unterstützer, die sich dem Burgverein und unserer Burg schon längere Zeit verbunden fühlen. Zum ersten Mal befindet sich übrigens damit auch ein aktiver (und nicht nur ehemaliger) Pfadfinder in unseren Reihen.
Natürlich sind die Mitglieder des Burgvereins auch bei Veranstaltungen anderer Bünde unterwegs. So verbrachten wir eine schöne und interessante Zeit beim UMK, einen sehr schönen Abend beim Freiheitssingen der Kulturinsel Hunsrück und beim Wiesenfest des Weinbacher Wandervogel.
Unsere Singerunden finden nach wie vor regelmäßig am zweiten Freitag im Monat statt. Diese stimmungsvollen Abende im rustikalen Ambiente sind für uns und unsere Gäste mal im größeren und mal im kleineren Rahmen immer wieder eine Bereicherung.
Im August fand eine ganze Arbeitswoche auf der Burg statt. Aber wie es so ist: Fängt man an einem Ende mit der Arbeit an, eröffnen sich gleich eine ganze Menge neuer Arbeiten, in diesem Fall an den Gebäuden. So sind wir sowohl momentan am und im Kutscherhaus als auch demnächst im Großen Haus mit einigen Umbauarbeiten beschäftigt. Wundert euch also bitte nicht, wenn wir in der nächsten Zeit mit der Belegung nicht ganz so flexibel sind wie sonst.

Im Herbst legten wir dann ein kleines, südliches Entspannungspäuschen ein, bevor es dann sofort mit Schwung weiterging. Die Burg zeigte sich im goldenen Herbstglanz und das Arbeiten draußen wurde etwas kühler. Der herbstliche Rückschnitt der Pflanzen auf dem Gelände ist mit fachkompetenter Unterstützung erfolgt, die Gebäude wurden wieder freigeschnitten, damit sich keine Feuchtigkeit sammeln kann, und der Keller und das Magazin umfangreich auf- und ausgeräumt. Erfreulich ist dabei immer wieder, dass Vieles nicht weggeworfen werden muss, sondern andere glückliche Abnehmer findet. Dennoch fielen erhebliche Mengen an Sperrmüll, Altmetall und Sondermüll dabei an.

Im Rahmen einer Vortragsreihe des Geschichtsvereins Diez hielt der Burgenforscher Achim H. Schmidt im November im Grafenschloss in Diez einen Vortrag zum frühen Burgenbau an der Lahn und den angrenzenden Gebieten. Auch unsere Burg hatte er im Januar besucht und mit einer Drohne beflogen, so dass detailgetreue Bilder aus interessanten Blickwinkeln dabei entstanden sind. Wir konnten bei diesem Vortrag überraschende Einblicke in die Historie unserer Burg gewinnen und mit Erstaunen feststellen, dass unsere im Verhältnis kleine Burg einen bedeutenden Anteil an der Burgenforschung hat und ihre Wurzeln mit großer Wahrscheinlichkeit noch weiter in der Vergangenheit liegen als gedacht. Wir freuen uns auf den Besuch des Geschichtsvereins auf unserer Burg im nächsten Sommer, bei dem die jährliche Fahrradtour der Mitglieder zu uns führt und diese natürlich unsere Burg kennenlernen können.
Neue Homepage
Was lange währt, wird endlich gut: Seit dem Juli 2025 ist unsere neue Homepage online, etwas gestraffter und moderner. Nachdem diverse Browser unsere alte Homepage nicht mehr unterstützten, wurde hier eine neue notwendig, was ja nach einigen Jahrzehnten auch durchaus Sinn macht. Wir freuen uns, dass wir ein kompetentes, freundliches und unseren Sonderwünschen aufgeschlossenes kleines Team fanden, das sich dieser Aufgabe annahm. Ein herzliches Dankeschön an Guido und Gaby, die uns mit ihren Tipps, Vorschlägen und Fachkompetenz einen auch kritischen Blick von außen gewährten. Wir sind froh, jetzt ein helles, benutzerfreundliches und vor allem funktionierendes Modell zu haben, das mit liebevollen Details versehen ist. Unsere BALDUINSTEINER BRIEFE sind jetzt auch leicht über die Homepage abrufbar und wir konnten schon feststellen, dass die Homepage häufig besucht wird und besonders als Referenz für unsere Termine herangezogen wird.

Termine
| 30. Dez. – 1. Jan. 2026 | Silvester auf der Burg |
| Januar | Keine Singerunde! |
| 13. Februar | Singerunde |
| 13. März | Singerunde |
| 10. April | Singerunde |
| 11. – 12. April | Pflanzenseminar mit einer fachkompetenten Leiterin aus der Pfadfinderschaft; begrenzt auf 15 Teilnehmer |
| 8. Mai | Singerunde |
| 14. – 17. Mai | Arbeitswochenende |
| 29. – 31. Mai | Antroposophenseminar „Zu den Wurzeln der Worte“ mit Ute Hallaschka unter Leitung von Hildegard von Homeyer |
| 12. Juni | Singerunde |
| 13. Juni | Historische Burgführung um 11:00 Uhr |
| 10. Juli | Singerunde |
| 14. August | Singerunde |
| 11. September | Singerunde |
| 13. September | Historische Burgführung um 11:00 Uhr |
| 9. – 11. Oktober | Herbstfest |
| 13. November | Singerunde |
| 11. Dezember | Singerunde |
Einladungen
Silvester

Wie in jedem Jahr werden wir vom 30.12.2025 – 01.01.2026 auf der Burg den Abschluss des alten Jahres und den Beginn des neuen feiern. Eine gemütliche Runde am Lagerfeuer und Gesang dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Bündische Gäste melden sich bitte bei Gretel bis zum 28. Dezember 2025 an. Kosten für zwei Übernachtungen und Verpflegung inkl. Festmahl 65,00 € pro Person. Getränke außer der Reihe werden separat berechnet. Eine Anreise ist auch früher möglich; ab dem 27.12. sind Burgvereinsmitglieder auf der Burg.
Pflanzenseminar
Am 11./12. April 2026 findet auf der Burg ein Pflanzenseminar mit einer Rangerin aus Pfadfinderkreisen statt. Wir wollen Pflanzen kennenlernen, die auf dem Gelände der Burg wachsen, essbare Pflanzen verarbeiten und uns mit der Systematik von Pflanzen beschäftigen. Es empfiehlt sich, schon am Vorabend anzureisen und an unserer Singerunde teilzunehmen.
Beginn am Samstagmorgen um 10:00 Uhr, Ende am Sonntag am frühen Nachmittag. Kosten für eine Übernachtung und Vollverpflegung 40,00 €. Anmeldung bei Gretel. Damit alle Teilnehmer alles gut erfassen können, gibt es eine Beschränkung auf 15 Teilnehmer.
Herbstfest
Vom 9.–11. Oktober 2026 planen wir ein Herbstfest mit einem bunten Programm. Natürlich wird gesungen, am Samstagabend findet ein Konzert statt und wir freuen uns auf die Begegnung mit unseren Gästen und Freunden. Ausschreibung folgt.
Zum guten Schluss

Nicht immer gelingt es uns, all unseren Freunden und Wohlgesonnenen die Aufmerksamkeit zu schenken, die wir ihnen gerne entgegenbringen möchten und nicht immer gelingt es uns, mit schmalem Budget, dünner Personaldecke und mangelnder Zeit all das zu erledigen, was wir gerne erledigen würden. Dabei stellen wir gerade in diesem Jahr fest, dass nicht nur uns eine Unmenge an Arbeit und manchmal auch Sorgen auferlegt sind, sondern dass viele unserer Freunde auch große Belastungen zu tragen haben. Wir können aber auch feststellen, dass es uns umso leichter fällt, mit den Widrigkeiten fertig zu werden, wenn wir sie in der Gemeinschaft tragen und so ist die Burg jetzt und hoffentlich auch weiter in der Zukunft ein Fels der Stabilität und der Zuversicht, ein Ort, an dem sich Freunde treffen, um in toleranter und offener Atmosphäre auch einmal vom Alltag abzuschalten und sich dabei stets weiterzuentwickeln und ihren Anteil an den Herausforderungen zu tragen.
Wir wünschen euch allen eine friedvolle und schöne Weihnachtszeit und die Kraft, das Leben mit Zuversicht zu meistern. Wir freuen uns darauf, euch alle gesund und munter im nächsten Jahr wiederzusehen und mit euch nicht nur ein schönes Herbstfest zu feiern.
Horridoh
Euer Freies Bildungswerk Balduinstein e.V.
