Balduinsteiner Briefe

Nr. 14/2024

Liebe Freundinnen und Freunde,

in diesem Jahr feiern wir als Freies Bildungswerk Balduinstein e.V. unser 50-jähriges Bestehen. Das sind 50 Jahre voller Höhen und Tiefen eines kleinen Vereins, der mit der Unterstützung vieler anderer und dank des visionären Denkens der Gründer mit Hartnäckigkeit und Mut ein Werk auf die Beine gestellt hat, das viele nicht für möglich gehalten hätten. Zum Jubiläumswochenende vom 14. bis 16. Juni 2024 wurden durch die Mitglieder viele Freunde geladen und so fand zum ersten Mal seit einigen Jahren wieder ein Fest in einem größeren Kreis Bündischer auf unserer Burg statt. Natürlich gibt es aber noch mehr Neuigkeiten von der Burg.

Jubiläumswochenende auf der Burg

Schon seit einem Jahr stand fest, dass wir unser Jubiläum auf jeden Fall durch eine würdige Feier begehen wollten. So liefen seit vielen Monaten die Vorbereitungen auf Hochtouren. Ab Februar wurden die Einladungen verschickt und bald schon meldeten sich die ersten Gäste an, so dass das Fest in greifbare Nähe rückte. Also starteten wir noch ein paar Renovierungsarbeiten, richteten Türen und unsere Hausmeisterin brachte mit der Reinigungskraft allgemein die Häuser der Burg besonders gut in Schuss. Schnell fand sich ein engagiertes und kompetentes Küchenteam, das mit viel Freude und ohne ersichtlichen Stress locker und fröhlich um die 100 Leute – und am Sonntag noch einige mehr – liebevoll und lecker verpflegte. Berge an Lebensmitteln und Kistenweise Getränke wurden eingekauft. Unsere Maike, die auch gut und gerne fotografiert, erstellte mit professionellen Fotos einen datumslosen Kalender mit Bildern der Burg, der damit zeitlos verwendet werden kann und unsere Lieblings-Zeichnerin fertigte Jubiläums-Banner zur Dekoration des Saales und die Tafeln für den Eingang an. Am Donnerstag trudelten dann die ersten Leute auf der Burg ein, um den Saal zu schmücken, Lampions aufzuhängen und alles weitere vorzubereiten.

Das Wetter meinte es gut mit uns und so kamen nach und nach Gruppen von Pfadfindern, Jungenschaftlern, Wandervögeln, Waldläufern und Einzelgäste wie ehemalige Zivis und natürlich auch Familienangehörige auf der Burg an. Nachdem die Formalitäten der Selbstverpflichtungserklärung und der Zimmerverteilung erledigt waren, wollten sich viele auf der Burg erst einmal in Ruhe umgucken und betrachteten anerkennend die Veränderungen. Teilweise hatten sich die Gäste lange nicht gesehen und so gab es rege Gespräche und Begegnungen nach langer Zeit. Die „Bunte Suppe“ läutete den gemütlichen Teil des Abends ein, der dann in ein gemeinsames Singen überging.

Am nächsten Morgen zur Morgenrunde stellten sich die einzelnen Gruppen vor, die sich teilweise noch nicht kannten. Auch die anwesenden acht Mitglieder des Burgvereins, die ja teilweise eine recht lange Anreise haben und daher bei unseren Veranstaltungen nicht immer anwesend sind, wurden den Gruppen vorgestellt. Besonders freute uns, dass wir mit Hajü noch ein letztes verbleibendes Gründungsmitglied mit immerhin 86 Jahren da hatten. Er hat mit seiner Initiative und Umtriebigkeit die Burg durch die letzten 50 Jahre nicht nur begleitet, sondern maßgeblich zur Gründung des Burgvereins und zum Erhalt der Burg beigetragen. Bei dieser Gelegenheit konnten wir ihm unseren Dank für diesen Teil seines Lebenswerks aussprechen. Auch bei Wolfgang konnten wir uns bedanken, der sich jahrelang als Geschäftsführer/Kassenwart dem Verein gewidmet hat und dem viel in Bezug auf den guten Zustand der Burg, oft unbemerkt aus dem Hintergrund, zu verdanken ist.

Diese Morgenrunde war für uns Mitglieder tatsächlich ein unerwartet bewegendes Ereignis, denn die Gruppen übergaben nicht nur liebevoll und aufwendig hergestellte Geschenke in Anerkennung unserer Arbeit, sondern begegneten uns mit so viel Herzlichkeit, wie wir es in den letzten, schweren Jahren nur selten erlebt haben. Nicht nur für uns ist die Burg in all den Jahren eine Heimat geworden, so wie es schon immer gedacht war.

Über den Tag verteilt wurden in einem bunten Programm verschiedene Aktivitäten angeboten. So konnten sich die Teilnehmer mit Hilfe einer Spindelpresse einen eigenen Lagerbutton aus Leder pressen, im Saal konnten die Buchschneidekunst „Orimoto“ erlernt und bunte Haddaks hergestellt werden. Auf dem Lagerplatz probierten viele ihre Künste im Bogenschießen aus. Die professionellen Bögen und die fachmännische Anleitung trugen viel dazu bei, dass der der Erfolg dabei nicht ausblieb. Im Hof konnten mit einem Brennpeter Holzscheiben bearbeitet werden.

Am Nachmittag gab es dann noch selbstgebackene Waffeln und musikalische Workshops entfalteten sich. So gab es auf dem Hof einfache Volkstänze, die aber viel Spaß machten, und anschließende Musik durch eine Drehleier. Am Abend wurde gegrillt und dazu gab es ein köstliches Buffet. Der Abend gestaltete sich natürlich, so wie es sich gehört, mit Gesang im Saal.

Zum Ausklang unseres Jubiläumswochenendes erfolgte nach der Morgenrunde am Sonntag ein Frühschoppen, zu dem auch öffentlich eingeladen worden war. Zu unserer Freude kamen neben den Eltern der teilnehmenden Kinder und den Leuten aus der Umgebung auch die alte Bürgermeisterin und der neue Bürgermeister, um uns zu beglückwünschen, während die „Gnadenlosen“ aus Idstein-Heftrich mit schwungvoller Musik und guter Stimmung für einen außerordentlich gelungenen Abschluss sorgten. Unsere Maike sorgte bei den Burgführungen dafür, dass auch die Neugier auf die Ruine gestillt werden konnte.

Als Fazit bleibt, dass die Gäste sich sehr wohl fühlten, das bunte Programm und die gute Stimmung genossen und positiv überrascht über die Veränderungen waren. Diese Veranstaltung war die erste seit etwa 12 Jahren, an der wieder so viele Bündische aus den unterschiedlichsten Bünden auf unsere Einladung hin teilnahmen. Genügend Raum für (Zwie-)Gespräche blieb dabei auch.

Wir bedanken uns herzlich bei den Künstlern und Leitern von Workshops, die ihr Programm alle kostenfrei angeboten haben, um unsere Arbeit mit ihrer Kreativität zu unterstützen; und natürlich auch bei Maike, der Küchencrew und allen anderen Schaffenden vor und hinter den Kulissen. Und wenn ich überlege, was mich am meisten beeindruckt hat beim Jubiläumswochenende, so komme ich zu dem Schluss: Es war die Herzlichkeit und das Wohlwollen, das uns entgegengebracht wurde.


„Uns wäre eingereiht, behaust und vorbetreut nicht wohl“

(Theodor Kramer)

Mit großer Traurigkeit mussten wir Abschied nehmen von unserem lieben Freund Volker Bauroth, der in der Folge eines schweren Reitunfalls im August starb. Volker begleitete die Burg seit Jahrzehnten treu und gestaltete gerade auch in den letzten Jahren die großen öffentlichen Veranstaltungen auf der Burg maßgeblich, sei es als Spielmann des Mittelalterfestes zur 700 Jahr-Feier oder beim Frühschoppen des Herbstfestes, wo er die Gäste mit seinen Späßchen unterhielt und die Musik machte.

Volker war ein nimmermüder Schaffer, der viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Er legte den Weinberg auf der Bastion an und schenkte der Burg die Reben, um ein kleines Stück alter Tradition zu etablieren. Bei den Singerunden wird uns seine bezaubernde, helle Stimme fehlen, seine Begleitung mit Geige, Mandoline, Akkordeon oder was ihm sonst noch in die Hände kam. Jagdhorn, Dudelsack, Posaune und Drehleier, irische Musik oder selbst komponierte Äbbelwoimusik, all das durfte bei ihm nicht fehlen. Seine Geschichten bei den Weihnachtsfeiern und die knarzigen Sprüche dieses hessischen Urgesteins belebten unsere Runden. Seine vielfältigen Aktionen lassen sich gar nicht in Worte fassen. Ob er mit einer Gruppe von Jüngeren zu den Arbeiten oder mit einer Gruppe dann Älterer seiner Waldjugendgruppe beim Kanu-Fahren zur Burg kam, er war immer präsent und füllte die Burg mit seiner Persönlichkeit.

Volker suchte seinen eigenen Weg, zauberte mit Phantasie Stücke zusammen, die er zum Besten gab, erzählte seine Geschichten und vereinte, was andere für unvereinbar halten würden. Es interessiert ihn dabei nicht, was andere womöglich darüber denken könnten. Er wollte sich nur ungern „einreihen“ und „vorbetreuen“ lassen – ein Freigeist also, der, wie es in dem Lied heißt, Pol und Pol vereinen konnte, für den die Welt nie groß genug sein konnte, der immer gerne auf Fahrt ging, der aber trotzdem viel Wert auf seine kleine regionale Welt legte, auf das Hessische, das Traditionelle, das Überlieferte.

Er schöpfte mit Energie und Kreativität die Fülle des Lebens aus und gestaltete sie neu, nahm seine Freunde und Verwandten auf diesem Weg aber mit und bereicherte so das Leben all derer, die ihn kannten. Wir werden ihn sehr vermissen.


Baumaßnahmen

Eine der größten Baumaßnahmen der letzten Jahre konnte in diesem Jahr bei allem Trubel auch abgeschlossen werden. Das neue Turmdach erstrahlt im Glanz seiner schönen Schieferabdeckung mit neuer Gaube und altem Turmabschluss.

Auch eine weitere Baustelle, die Küche des Kleinen Hauses, ist jetzt fertig und konnte gebührend eingeweiht werden. Immer wieder stellten sich hier neue Widrigkeiten in den Weg, die von den Bewohnern mit viel Geduld zu bewältigen waren. Jetzt aber gibt es neue Wasserrohre, Kabel und neuen Putz. Es wurde gestrichen, das Fenster wurde gerichtet und die Möbel modernisiert, wobei der alte stilvolle Bodenbelag erhalten blieb. Viel Arbeit steckt in diesem uralten Raum mit dicken Wänden, die von Maike und einigen fleißigen Helfern geduldig erledigt wurde.

Im Großen Haus hat das Faladozimmer ein völlig neues Design mit spannenden Details erhalten. Wir wollen an dieser Stelle nicht mehr verraten, schaut es euch selbst an.


Nächste Termine

2024

8. November Singerunde

9. November Arbeitseinsatz Gelände

13. Dezember Singerunde

30. Dezember – 1. Januar Kernzeitraum für Silvester auf der Burg

2025

10. Januar Singerunde

14. Februar Singerunde

14. März Singerunde

4. April Singerunde (Achtung! Ausnahmsweise erster Freitag im Monat!)

9. Mai Singerunde

29. Mai – 1. Juni Pflanzenseminar

13. Juni Singerunde

14. Juni Historische Burgführung um 11.00 Uhr

11. Juli Singerunde

Im August findet wegen der Sommerferien keine Singerunde statt

12. September Singerunde

13. September Historische Burgführung

10. Oktober Singerunde

7. November Singerunde (Achtung! Ausnahmsweise erster Freitag im Monat!)

12. Dezember Singerunde

Die Termine für 2025 erheben noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Homepage

Wegen technischer Probleme kann es noch immer sein, dass unsere Homepage nicht mit jedem Browser korrekt angezeigt wird. Wer uns nicht über die Anmelde-Maske erreicht, kann sich wegen Belegungsanfragen auch direkt an Costa unter der Nr. 0151-56033456 wenden oder es über FireFox versuchen.


Horridoh
Euer Freies Bildungswerk Balduinstein e.V.

Zur Aufnahme in den Verteiler der BALDUINSTEINER BRIEFE genügt eine Mail an vorstand@burg-balduinstein.de, aus der das Einverständnis zum Empfang des Newsletters hervorgeht. Die dabei erhobenen Daten dienen ausschließlich der Versendung der BALDUINSTEINER BRIEFE und der Dokumentation der Zustimmung zum Versand. Anonyme Anfragen werden daher nicht berücksichtigt. Die Einwilligung zum Empfang der BALDUINSTEINER BRIEFE und zur Speicherung der Daten kann jederzeit widerrufen werden.

Verantwortlich für den Inhalt: Annegret Nortmeyer, E-Mail: vorstand@burg-balduinstein.de