bündische gruppen kontra extremistische gruppen

ca. 50 interessierte aus verschiedenen pfadfinderverbänden, wandervogel- und anderen bünden waren gekommen, um endlich antworten zu bekommen auf viele offene fragen. fragen, die seit monaten die bündische welt beschäftigen: wer sind sie? was wollen sie und was tun sie? wie "rechts" oder "rechtsextrem" sind sie wirklich? und vor allem: gibt es etwas, was uns mit ihnen verbinden könnte?

vielleicht wollen sie ja doch nur tanzen...

nach diesem wochenende konnten mindestens 48 teilnehmer die letzte frage mit einem klaren NEIN beantworten. es gibt nichts, was uns mit ihnen verbinden könnte.

die anderen fragen wurden von Maik Baumgärtner (freier journalist) und Jesko Wrede in einem fundierten und ausführlichen vortrag "Völkische und neurechte Gruppen im Fahrwasser der Bündischen" im laufe des samstags beantwortet. anhand verschiedener gruppierungen wurden daten und fakten zu entstehung, geschichte und aktueller entwicklung geliefert. zahlreiche verbindungen wurden aufgezeigt zu rechtsextremen parteien und anderen bekannten und (mir) unbekannten gruppierungen und sippen. von ritualen und bräuchen aus der NS-zeit war die rede, von braunen prinzessinen, artgemeinschaften und angestrebter blutreinheit…

nun denn, von einem leichten unwohlsein meinerseits während des vortrags zu sprechen, wäre stark untertrieben. die büchse der pandora kam mir in den sinn oder auch ein fass ohne boden.

die einzige (erstaunlicherweise anwesende) vertreterin einer der gruppierungen versuchte eifrig, informationen zu widerlegen oder zu entkräften. nachdem die ergebnisse dieser versuche aber doch eher kläglich ausfielen, kam sie dann zu der aussage: "das habe ich / haben wir alles nicht gewusst." kam mir irgendwie bekannt vor…

was aber hat das alles nun mit uns zu tun? folgendes zitat macht es mehr als deutlich:

"Zuerst einmal wollen wir an einer rechten Milieubildung mitarbeiten. Aufgrund der eigenen Interessenlage und der eigenen Fähigkeiten haben wir dafür das journalistische Betätigungsfeld gewählt. Für eine Milieubildung reicht dies natürlich nicht aus. Deshalb engagieren sich viele unserer Autoren und Redakteure zusätzlich in Schüler- und Studentenverbindungen oder in der Bündischen Jugend."
interview mit Felix Menzel (freibund-aktivist, autor der Jungen Freiheit und herausgeber der rechten schülerzeitung Blaue Narzisse) in: Sezession (Zeitschrift IfS) Ausg. 21, Dezember 2007, S. 33

darauf gibt es nur eine antwort: MIT UNS NICHT! unter diesem thema stand dann der sonntagvormittag, selbstverständlich unter ausschluß der rechten vertreterin.

auch wenn ich es eigentlich für überflüssig halte, möchte ich an dieser stelle behaupten, dass es sich bei den teilnehmern dieses wochenendes mitnichten um fanatische antifaschisten oder linke autonome gehandelt hat. sondern um aktive bündische bzw. jugendbewegte, die sich ihrer verantwortung gegenüber den jungen in unseren bünden und auch gegenüber unserer demokratischen gesellschaft bewusst sind.

auch überflüssig zu erwähnen ist eigentlich, dass der samstag in einer langen ausgiebigen singenacht endete. irgendwie muß man ja die anspannung und das kalte grausen eines solchen tages kompensieren…

keks - deutsche freischar

weitere berichte zum wochenende: