tejo - walter scherf
„alte lieder singen, neue lieder lernen” zum fünften mal auf burg balduinstein
aus der einladung von Björn Barthusel (ritterschaft dornenherz):
„Auf den 12.06.2010 fällt diesmal genau der 90. Geburtstag von Walter Scherf, genannt tejo, dem wohl berühmtesten Dichter, Komponisten und Erzähler der Deutschen Jungenschaften. tejo ist für unser Singetreffen die ideale Besetzung, denn er hat sowohl Gassenhauer geschrieben („Hier wächst kein Ahorn”) wie Nachdenkliches („Ich bin auch in Ravenna gewesen”), als auch Lieder von großer Schönheit („Schilf”, „Rieselt ein feiner Regen”). (...) Noch viel größer ist seine Sammlung völlig unbekannter Lieder, darunter heilige Lieder der Jungenschaften, sehr anspruchsvolle, sehr einfache und immer wieder sehr schöne...”
mittlerweile zum fünften mal trafen sich aus allen bündischen schichten sängerinnen und sänger auf burg balduinstein, um einen liedschöpfer zu ehren.
diesmal ging es um Walter Scherf, genannt tejo. sein 90. geburtstag war anlass, sich mit ihm und seinen liedern zu befassen. leider konnte er selber aus gesundheitlichen gründen nicht anwesend sein.
freitag abend kamen die ersten gäste, um das wochenende mit dem „offenen singen”, welches an jedem zweiten freitag im monat in der burgschänke stattfindet, sangesfroh zu beginnen. vielen bekannte gesichter und dauergäste fanden sich mit großem hallo in der schänke ein. aber es kamen auch neue, neugierige, und einige davon habe ich seit 40 jahren nicht mehr gesehen. da war die überraschung und die freude groß. aber es war kaum zeit zu längerem gedankenaustausch, da die gitarren auf ihren einsatz warteten.
in der schänke wurde nicht geraucht, die raucher gingen rücksichtsvoll vor die tür und so konnte bis in die frühen morgenstunden gesungen werden, ohne dass die stimmbänder litten, schließlich sollten sie noch einiges leisten an diesem wochenende.
am samstag morgen - moderat gegen elf uhr (im einladungstext stand lapidar: „zeiten sind bündische peilungen, das wahre leben geht natürlich vor!”) ging es dann los.
ein übungsheft mit 43 liedern, zum teil aus der sammlung von gerhard gesemann „zweiundsiebzig lieder des bulgarischen volkes”, vertont von tejo, wurde für die teilnehmer bereitgestellt. zunächst, zum einsingen, wurden die alten lieder aus den vorhergehenden singetreffen wiederholt. nach dem mittagessen begann dann die singerunde mit den liedern von tejo.
es wurden zwei gruppen gebildet unter musikalischer verantwortung von spatz und erni, zwei altnerothern, die es verstehen, tejos lieder musikalisch zu vermitteln.
abends, in der schänke ... na, das könnt ihr euch ja denken, wurde wieder ausgiebig und lautstark gesungen, die neu gelernten tejo-lieder natürlich, aber auch die vielen, vielen altbekannten gassenhauer und klassiker. mein gott, wie kann man nur so viel und ausdauernd singen!
da saß nun jung und alt, viele mit grauen haaren, grauem bart und mit mehr oder weniger bauch, die gitarre vor demselben, und spielten und sangen begeistert die alten lieder: nerother und andere wandervögel, jungenschafter, pfadfinder aller couleur usw.
eins hatten sie alle, die „alten säcke”: strahlende augen. da merkte man den gemeinsamen stall, in dem sie groß geworden sind, das gemeinsame erlebnis, auf fahrt gegangen zu sein, die nächte am feuer, die erlebte gemeinschaft, all das kam wieder hoch und spiegelte sich in ihren liedern - und in ihren augen. die feuer dieser gemeinschaft sind noch lange nicht verraucht - und das ist auch gut so.
zum schluss möchte ich allen, die zum gelingen des singetreffens beigetragen haben danken: in erster linie spatz (Dr. Gerhard Mayer) und natürlich Björn aus der Ritterschaft Dornenherz als organisator des treffens und dann natürlich den helfern in der küche, an der theke und im hintergrund!
wanja
mehr zu tejo unter buendische-blaue-blume.de. hier findet man „kurze biografische bemerkungen zu Walter Scherf” von puschkin (Helmut Wurm). ein verzeichnis seiner lieder findet sich bei scout-o-wiki.de.